Beschäftigtenbefragung der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie

Mitglieder der IG Metall Trier unterstützen Forderung der Tarifkommission

  • 11.12.2020
  • Aktuelles, Rückblick

Mit der Forderung für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie trifft die IG Metall den Nerv der Belegschaften – auch im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Trier. Das zeigt die Auswertung der großen Beschäftigtenbefragung für unsere Region. Die Befragungsergebnisse untermauern, dass wir mit unserer Tarifforderung richtigliegen. Eine große Mehrheit der Befragten spricht sich für Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge und die Stärkung der Einkommen aus. Große Zustimmung findet die Absenkung von Arbeitszeiten, um Beschäftigung zu sichern. Dabei ist, etwa bei Kurzarbeit, auch der finanzielle Ausgleich von Bedeutung.

Foto: Reiner Kunze, Fototeam Hessen

Zukunft sichern durch Investitionen und Qualifizierung
Unter den Befragten im Bereich der IG Metall Trier gibt es eine hohe Zustimmung für
Zukunftstarifverträge mit Investitions-, Produkt- und Standortzusagen und zwar über alle
Beschäftigtengruppen hinweg. Für 91,9 Prozent sind solche Zukunftstarifverträge
„wichtig“ oder „sehr wichtig“. Genauso groß ist die Zustimmung für die Forderung nach
Zukunftssicherung durch Qualifizierung, wofür sich ebenfalls 91,9 Prozent aussprechen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Eine Entgelterhöhung spielt eine wichtige Rolle. Für
durchschnittlich 80,3 Prozent der Befragten ist dieses Ziel „sehr wichtig“ oder „wichtig“
– zumal damit Einkommen gestärkt, aber auch Beschäftigungssicherung finanziert wird.

Arbeitgeber mit Nachholbedarf bei Kommunikation und Strategie
Angesichts der Pandemie und der damit einhergehenden Wirtschaftskrise sind viele
Kolleginnen und Kollegen stark verunsichert. Diese Verunsicherung wird durch die
mangelhafte Informationspolitik vieler Arbeitgeber noch verstärkt: Nur 36,1 Prozent der
Beschäftigten in unserer Region fühlen sich hinreichend über die wirtschaftliche Lage
und die Zukunftsaussichten ihres Betriebs informiert. Erst recht vermissen sie eine
langfristige strategische Ausrichtung: Der Aussage, dass es in ihrem Betrieb eine
konkrete Strategie für die langfristigen Herausforderungen des Strukturwandels gibt,
stimmen nur 47,8 Prozent der Befragten zu.


Verunsichert, aber handlungsbereit und solidarisch
Trotz aller Sorge und Verunsicherung zeigen sich die Beschäftigten handlungsbereit:
70,7 Prozent der Beschäftigten sind davon überzeugt, betriebliche Herausforderungen solidarisch meistern zu können. Groß ist auch die Bereitschaft, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Nachbarbetriebe für die Zukunft der ganzen Region zu
kämpfen. Angesichts der historischen Krise fordern sie aber auch Hilfe von der Politik.
82,8 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass das wirtschaftliche Überleben
der Betriebe durch finanzielle Unterstützung und Konjunkturhilfen ermöglicht werden
muss.
„Die Ergebnisse zeigen: Die Beschäftigten sind sich der Tiefe der Rezession und der
Wucht des Wandels bewusst. Sie brauchen Sicherheit in Zeiten des Umbruchs, sie
fordern Perspektiven für die Arbeitswelt von Morgen“, so das Fazit von Christian Schmitz,
Erster Bevollmächtigter, mit Blick auf die regionale Auswertung der Befragung.